Kategorien
Allgemein

La Mia Via – Von dem Moment als meine Mala riß

…doch lange davor bekam sie Sprünge

Es war nur ein kleiner Moment, ein kurzer Augenblick.
Ein leises Zischen. Ein kurzer Schreckmoment und meine Mala lag kaputt auf dem Boden…

Diese Mala begleitete mich über mehrere Monate. Sie war in vielen Situationen dabei. 
Sie erlebte mit mir Herausforderungen, Hoffnungen, Momente der Stille sowie Momente der Unruhe…in mir selbst wie im Außen.
Sie nahm meine Gedanken, Wünsche und Träume mit auf ihren / unseren Weg.

In einigen Traditionen sagt man, eine Mala geht dann kaputt, wenn sie Ihre Aufgabe erfüllt habe. Wenn etwas losgelassen werden darf, damit etwas Neues entstehen kann. 

Dieser Ansatz berührt mich sehr…

Wenn ich über die letzten Monate, vielleicht Jahre nachdenke, schleicht sich in mir das Gefühl ein, das mir diese Mala etwas zeigen wollte.

Denn es begann nicht damit, das sie riß…es begann viel früher…

Immer wieder brach eine einzelne Perle und jedes mal war es eine der Perlen aus Bergkristall.
Jedes mal wunderte ich mich, nahm die kaputte Perle zwar zur Kenntnis und machte dann einfach weiter.
Ich schenkte den kaputten Perlen erst mal nicht viel Aufmerksamkeit.

Und vielleicht lässt sich hier eine Parallele zu anderen Bereichen meines Lebens ziehen…
Manchmal spüren wir lange, bevor etwas kaputt geht, dass es sich verändert hat.

Wir bemerken Risse, kleine Verletzungen, kleine Enttäuschungen.
Kleine Momente, in denen die Leichtigkeit fehlt, die sich einfach nicht mehr stimmig anfühlen.

Und viel zu oft machen wir einfach weiter, funktionieren, sehen weg und halten fest.
Vielleicht aus Gewohnheit, vielleicht aus Liebe…Gründe gibt es hier wahrscheinlich so viele, wie Sandkörner am Meer…

Nun aber zurück zu meiner Mala, denn genau so wie die Perlen meiner Mala, gab es auch in meinem Leben Dinge, die nach und nach immer mehr Risse bekamen…bis sie schließlich ganz zerbrachen…und genau da, zu dieser Zeit kam der Moment in dem auch meine Mala endgültig riss.

Es gab da plötzlich keine kleinen Risse mehr, keine kleinen Sprünge…nein…peng!…kaputt…sie lag am Boden…zack!

Vielleicht ist das einfach das Leben. Das Leben schickt uns selten gleichmal den großen Knall…meist erst mal die kleinen Zeichen…einzelne Perlen, die Sprünge bekommen…wie eine Einladung um hinzuschauen, hinzufühlen…was ist noch tragbar? Wo braucht es Veränderung?
Kleine Vorboten, nicht um uns zu ärgern sondern um uns aufmerksam zu machen…

Anfangs wollte ich meine Mala einfach wieder auffädeln. Einfach einen neuen Faden nehmen und alles wieder so machen, wie es war…Knoten für Knoten…Perle für Perle…Tag für Tag…

Und dann sagte eine Freundin zu mir:
„Vielleicht musst Du sie gar nicht wieder so zusammensetzen wie früher. Vielleicht nimmst du nur die Steine, die noch gut sind, und erschaffst etwas Neues daraus.“

Diese Sätze Worte trafen mich mitten ins Herz, denn da verstand ich, das es hier um so viel mehr ging als um eine Mala.
Denn genau das passiert nach Abschieden, Veränderungen oder Umbrüchen im Leben.

Manchmal müssen wir gar nicht daran fest halten was war.
Manchmal dürfen wir loslassen.
Und manchmal darf sich nach den ersten Momenten des Schocks und der Trauer auch endlich wieder sowas wie Leichtigkeit und ein Gefühl der Freiheit einstellen.

Vielleicht geht es im Leben eher darum, Erfahrungen mitzunehmen, die uns geprägt haben um daraus zu lernen und etwas Neues zu gestalten.

Vielleicht geht es jetzt darum, etwas Neues entstehen zu lassen, das für den kommenden Teil meines Lebens zu mir passt.
Und vielleicht meinen Weg zu gehen, der sich für mich richtig und gut anfühlt.

Und wahrscheinlich wäre Ich nicht Ich wenn ich mich manchmal nicht fragen würde ob ich die ersten Risse nicht ernst genug genommen habe. Vielleicht hätte ich meine Mala retten können.
Aber was ist, wenn es nie ihre Aufgabe war, gerettet zu werden?
Vielleicht war es ihre Aufgabe, mich etwas zu lehren. Über Umbrüche. Über Wege und ihre Abbiegungen.

Vielleicht bin ich irgendwann so weit diese Frage zu beantworten.
Heute bin ich es noch nicht.
Heute jedoch hat mein Weg einen Namen bekommen: La Mia Via – Mein Weg

Und damit ich mich immer wieder daran erinnere, begleitet es mich nun als Tattoo auf meinen Fuß – Schritt für Schritt mit Blick nach vorne!
Vielleicht auch als tägliche Erinnerung daran, den kleinen Zeichen des Lebens etwas mehr Aufmerksamkeit zu schenken!

WordPress Cookie Plugin von Real Cookie Banner