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Zwischen Sicherheit und Herzensweg

– Wenn sich Vertrauen und Angst die Hand geben-

Kennst Du diese Momente im Leben, die sich immer wieder leise anschleichen?
Kein lauter Knall, keine große Entscheidung von heute auf morgen – sondern eher ein Gefühl.

Ein Gefühl, das von mal zu mal intensiver wird.
Ein Gefühl, dass da „noch mehr“ ist.

So hat es bei mir begonnen.

Ich habe fast 30 Jahre in der Arbeit mit Kindern verbracht. Ich arbeitete in vielen unterschiedlichen Einrichtungen – von klein bis groß
Eine Zeit, für die ich sehr dankbar bin.
Ich durfte begleiten, unterstützen, beraten, Tränen trocknen oder einfach nur da sein.
Es wäre gelogen hier zu behaupten, diese Arbeit erfüllte mich bis zum Schluss.
Denn auch diese Branche veränderte sich.

Weg von der Arbeit mit dem Kind bis hin zu immer mehr Regularien, Dokumentationen, Vorgaben, schwierigere Eltern sowie Kinder.

Und dennoch habe ich lange daran festgehalten, vielleicht zu lange…
Jedenfalls so lange bis mir mein Körper mehrmals zeigte: Das ist nicht mehr dein Weg!

Und immer wieder war da schon damals dieses leise Gefühl:
So viele schöne Momente es hier, trotz allem, auch geben mag – da ist noch etwas anderes.

Lange habe ich es zur Seite geschoben. Ich habe sowohl die Zeichen meines Körpers wie auch dieses Gefühl ignoriert.
Weil es doch „ok“ war.
Weil ich immer einen guten Draht zu den Kindern und Eltern hatte.
Weil es sicher war.
Weil es halt irgendwie auch schon immer so war.
Weil es irgendwie auch Sinn gemacht hat.

Und irgendwann dachte ich, vielleicht genügt es die Zielgruppe zu verändern.
Und somit wechselte ich in die Seniorenarbeit.

Ich hoffte, vielleicht finde ich dort das, was mir noch gefehlt hat.

Doch stattdessen habe ich Erfahrungen gemacht, die mich noch mehr zweifeln ließen.
An den Strukturen. An dieser Gesellschaft. An diesem System.
Und wenn ich ganz ehrlich bin, hab ich mich in letzterem noch nie so recht wieder gefunden.
Ich zweifelte an dem, was möglich ist.
Und irgendwie auch ein Stück weit an mir selbst.

Und gleichzeitig wurde das Gefühl in mir immer klarer:

Da ist doch etwas anderes schon längst da.
Die Zeichen waren klar und deutlich

Da ist dieser Weg, der viel mehr mit mir zu tun hat.
Da ist dieser Weg, auf dem ich eigentlich schon längst losgelaufen bin.
Schritt für Schritt, auch wenn manchmal einer vor und zwei zurück.

In all dieser Zeit haben mich Yoga, Klang und Achtsamkeit begleitet.
Erst ganz leise – und dann immer deutlicher.
Erst nur für mich – und dann auch nebenberuflich.

In diesen Momenten habe ich etwas gespürt, das ich lange vermisst hatte:
Tiefe. Verbindung. Sinn.

Und trotzdem kamen sie – die Zweifel, die Angst.

Kann ich das wirklich?
Darf ich diesen Weg gehen?
Was passiert, wenn es nicht funktioniert?

Die Sicherheit auf der einen Seite.
Der Herzensweg auf der anderen.

Und ich genau dazwischen.

Es wäre viel einfacher gewesen, zu bleiben.
Im Bekannten. Im Planbaren. In dem, was „vernünftig“ ist. In dem was Sicher ist.
Doch für welchen Preis?
Mein Körper, mein Geist und irgendwie auch das Universum hatte mir ja bereits nicht nur mit einer Zaunlatte gewunken.

Zaunlatten in Form von ausgebuchten Kursen, Anfragen für Kooperationen, Ideen die einfach so in mein Hirn hüpften, Zuspruch von verschiedenen Seiten, und, und, und…

Und dann war da schon wieder dieses Gefühl, das sich dann trotz der Angst nicht mehr wegschieben ließ und immer dominanter wurde.

Also bin ich losgegangen.
Ohne einen fertigen Plan.
Nicht ohne Angst, denn ihr müsst wissen, ich bin der größte Angsthase, der auf diesem Planeten so rumläuft.

Sondern Schritt für Schritt.
Manchmal auch hier wieder, gemäß meines Sternzeichens Krebs, einen Schritt nach vorne, zwei zurück.

Ich habe begonnen, meine Angebote auszubauen.
Klangmassagen. Yogastunden. Momente der Ruhe für andere Menschen.
Ich habe angefangen Samen zu streuen, ohne zu wissen was passiert, wenn diese aufgehen.

Und mit jedem einzelnen Menschen, der sich darauf eingelassen hat, wurde mir klarer:
Das hier ist mein Weg.

Nicht perfekt.
Nicht immer leicht.
Nicht ohne auch immer wieder an meine Grenzen zu geraten.
Aber echt.

Heute weiß ich:
Der Schritt ins Ungewisse ist nicht nur ein Sprung nach außen –
sondern vor allem ein Sprung in mein Inneres.
Und eh ich mich versah, stand ich da dann doch plötzlich auf meinem Weg, und zwar nicht am Rande, sondern mittendrin…

Und vielleicht geht es gar nicht darum zwischen Sicherheit und Herzensweg zu wählen.

Was wäre, wenn es eigentlich darum geht eine neue Form von Sicherheit zu finden:
Vertrauen.

In sich.
In den eigenen Weg.
In das, was entstehen darf.
In das, was gehen darf.
Und in das, was vielleicht schon immer da war und auf mich gewartet hat.

Ich danke hier allen Menschen, die hinter mir gestanden haben.
Die mich begleitet haben zwischen Euphorie und Nervenzusammenbruch.
Die mich immer wieder ein Stück in die richtige Richtung geschubst haben.

Und die mir dann immer wieder doch die Sicherheit gegeben haben, die ich an anderer Stelle aufgegeben habe.

Ich danke hier allen Menschen, die zur richtigen Zeit am richtigen Ort waren und die mich gelehrt haben zu vertrauen:

-in mich selbst
-in das Leben
-in die Technik
-in diese eine höhere Macht, die uns alle lenkt

Mein Weg ist noch lange nicht zu Ende und auch das Pendel zwischen Angst und Vertrauen ist nicht immer Lot.
Für den Moment jedoch fühlt es sich richtig an und wer weiß schon so genau was hier noch alles entstehen darf.

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